Über Zuversicht und Gewissheit

21. Dezember 2016

Dieses Jahr war nicht nur für uns, die wir Andy Duke gegründet haben, ein besonderes Jahr, lieber Andy.

2016 war auf der Bühne dieser Welt ein Jahr, in dem manches, was als sicher galt, nicht mehr galt. Wir als Veränderungsberater kennen dieses „das gilt nicht mehr“. Wir kennen das Gefühl der Unsicherheit, des Nicht- und Unbekannten, sehr gut. Es ist unser ständiger Begleiter. Für die Organisationen, die wir beraten, sind solche Zeiten stets große Herausforderungen. Mögen unsere Klienten große Veränderungen zum ersten oder zum wiederholten Male durchleben, Zeiten der Unsicherheiten sind eben Zeiten der Unsicherheiten. Punkt. Alte Sicherheiten gelten nicht mehr. Man weiß nicht wie es ausgeht, sonst wäre es keine Unsicherheit. Der Ausgang ist offen.

Wir hören Dich sagen: „Die Zukunft ist doch immer offen!“ Ja, natürlich. Aber es gibt Zeiten, in denen geplante Ereignisse eher eintreten. Und das ist eine Form von Sicherheit. Was hilft nun Menschen in Unternehmen, die unsicheren Zeiten zu bewältigen? Da kommt uns ein Wort in den Sinn, das in der Managementsprache nicht allzu häufig benutzt wird: Zuversicht.

Zuversicht meint, dass es in der Zukunft irgendwie gut gehen wird. Es ist nicht wie der Optimismus, der einseitig die Chancen sieht. Zuversicht meint etwas Anderes: wir sehen die Gefahren, wir sehen die Chancen. Und wir gehen davon aus, dass es irgendwie gehen wird. Irgendwie kriegen wir es gut hin. Das ist der Kern von Zuversicht – die Zuversicht in die eigene Kompetenz und Leistungsfähigkeit, mit der unsicheren Zukunft fertig zu werden. Wir haben die Zuversicht in die Unternehmen, dass sie „es“ hinbekommen werden. Was auch immer „es“ ist.

Zuversicht zu haben und zu verbreiten, ist eher eine leise Angelegenheit. Sie ist nicht laut. Sie vertraut letztlich darauf, dass wir es in Zukunft schon irgendwie hinbekommen. Das unterscheidet sie vom Begriff der Hoffnung, die Václav Havel so schön beschrieb: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ Die Hoffnung ist passiver, reaktiver. Die Hoffnung meint, dass die Zukunft es gut mit uns meint. Die Zuversicht ist aktiver, sie geht davon aus, dass wir die Zukunft meistern können und werden.

Weißt Du, lieber Andy, was uns immer wieder wundert? Wir sind oft zuversichtlicher als die Führungskräfte oder andere Menschen, die wir in Unternehmen treffen. Wir trauen ihnen manchmal deutlich mehr zu, als sie sich selbst. Und vielleicht noch interessanter ist, dass wir uns im Laufe der vielen Jahre ein gutes Sensorium dafür angeeignet haben, wann wir zuversichtlich sein können und wann nicht. Wir sagen auch ganz klar, wenn wir bestimmten Ideen, Projekten oder Vorhaben in den Unternehmen keine Chance geben. Doch das ist jedoch gar nicht so häufig der Fall. Viel häufiger sind wir diejenigen, die die Fahne hochhalten, die sagen, dass es doch irgendwie klappen könnte. Wir sind aus Erfahrung vom, oftmals nicht gehobenen und gesehenen Potenzial unserer Klienten sehr überzeugt. Das finden wir erstaunlich.

Lieber Andy, wir waren zuversichtlich, dass unsere Gründung funktionieren würde, dass wir sie stemmen würden. Sie hat funktioniert. Besser als wir dachten. Die Zuversicht hat sich ausgezahlt. Wir wissen sehr genau, das äußere Umstände auch noch so gut gemeinte Vorhaben zu Fall bringen können. Das hat das Jahr 2016 auf der Weltbühne oft vorgeführt. Umso schöner, dass für uns dieses 2016 ein wunderbares Jahr war. Im Herzen danken wir all den Menschen, die das zusammen mit uns möglich gemacht haben. Unseren ersten Klienten, den vielen helfenden Menschen, den vielen, die uns unterstützt haben. Und natürlich Dir, lieber Andy, der Du stets an unserer Seite warst. Du hattest stets die Zuversicht, dass es gut mit uns weitergehen wird. Was für eine Freude.

Nun wünschen wir Dir eine schöne Weihnachtszeit und vor allem einen guten Rutsch ins neue Jahr – auf bald!

Dein Andy Duke Team

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